Die frühkindlichen Epilepsien mit generalisierten tonisch- klonischen Anfällen
Dieses Krankheitsbild betrifft in seiner gutartigen Verlaufsform normal entwickelte Säuglinge und Kleinkinder ab 4 Monaten bis 5 Jahren, mehr Jungen als Mädchen. Die generalisierten tonisch-klonischen Anfälle oder auch nur klonischen Anfälle werden besonders anfänglich oft durch fieberhafte Infekte ausgelöst und dann zunächst meist als Fieberkrämpfe angesehen.
Das EEG ist im Säuglingsalter zwischen den Anfällen meist noch unauffällig, zeigt später abnorme Rhythmisierungen und generalisierende Spitze-und-Welle-Muster besonders im Schlaf. Die Behandlung wird frühzeitig empfohlen, um möglichen ungünstigen Verläufen zuvorzukommen. Sie kann meist mit 5 Jahren beendet werden.
Vorzeichen einer selteneren ungünstigen Verlaufsform, auch der "schweren frühkindlichen Epilepsie mit alternierendem Hemi-Grand mal" (alternierend hier = wechselseitig; Hemi-Grand mal = Halbseiten-Grand mal, nur eine Körperhälfte betreffend) sind ein früher Beginn der Anfälle im Alter von 5-15 Monaten mit häufigen, länger dauernden und auch seitenbetonten Anfällen, die ungenügend auf eine Behandlung mit Medikamenten ansprechen, am besten oft noch auf Valproat und Bromid. Auch hier zeigt das EEG bei zu Beginn unauffällig entwickelten Kindern - auch im Schlaf - zunächst einen Normalbefund. Wegen der Halbseitenanfälle wird oft zunächst ein fokales Anfallsleiden angenommen. Bei Säuglingen können jedoch die primär "generalisierten" Anfälle - mit Ursprung in tiefer gelegenen zentralen Hirngebieten - wegen der noch weitgehend fehlenden Verbindung zwischen den Gehirnhälften auch halbseitig in Erscheinung treten.
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