Die Benzodiazepine
z.B. Clobazam, Clonazepam,
Diazepam, Lorazepam, Midazolam
ähneln sich in ihren
Wirkungen und Nebenwirkungen. Die häufigste Verwendung finden sie nicht als
Antiepileptika und nicht im Kindesalter, sondern bei Schlafstörungen und als
Beruhigungsmittel bei psychischen Spannungszuständen im Erwachsenenalter.
Als Antieepileptika
werden sie vor allem als Kurzzeitmittel (Antikonvusivum) bei Anfallshäufung
und Anfallsstaten angewandt. Als Zusatzmedikamente bei schwieriger
Einstellung zeigen sie meist einen guten Anfangserfolg, der aber oft nicht von
langer Dauer ist. Wegen der Gewöhnungs- und Suchtgefahr sowie der Neigung zu
Entzugsanfällen werden Benzodiazepine zur Langzeitbehandlung in der Regel nur
als gering dosiertes Zusatzmittel eingesetzt. Auf Blutspiegelbestimmungen wird wegen der bei ihnen geringen
Bedeutung meist verzichtet.
Der Wirkstoff Clobazam (Handelsnamen
z.B. Frisium, Urbanyl) wird bei schwierig behandelbaren Epilepsien oft erfolgreich
zur Zusatztherapie eingesetzt, auch beim Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS).
Als Tages-Dosierung werden für
Kleinkinder 5-15 mg (0,2-06 mg/kg) genannt, für Schulkinder 5-25 mg.
Die Nebenwirkungen entsprechen etwa
denen des nachfolgend beschriebenen ähnlich wirksamen Clonazepam, sind jedoch
milder als bei diesem.
Der Wirkstoff Clonazepam
(Handelsnamen z.B. Antelepsin, Tbl. zu 0,5 und 2 mg; Rivotril, Tbl. zu 0,5 und
2 mg) wird besonders als Zusatzmittel bei schwer behandelbaren frühkindlichen
Epilepsien angewandt.
Als Dosierungrichtlinie gilt für
Säuglinge 0,3 - 0,8 mg (0,1 mg/kg), für Kleinkinder 0,5 - 1,5 mg, für ein
Schulkind 0,5 - 3 mg.
Als Nebenwirkungen, besonders bei
höherer Dosierung, werden u.a. Müdigkeit, Schwindel, Gangunsicherheit und
verstärkter Speichelfluss ("Verschleimung") gesehen. Als Nachteil
gilt - wie auch bei Clobazam (siehe oben) - ein Nachlassen der Wirkung im Laufe
der Zeit bei etwa der Hälfte der Patienten. Wie bei Clobazam besteht bei
plötzlichem Weglassen eine erhebliche Gefahr von Entzugsanfällen.
Der Wirkstoff Diazepam
(Handelsnamen z.B. Paceum, Stesolid, Valium) wirkt als Benzodiazepin ähnlich
wie die oben genannten, wird jedoch bei Anfallsleiden in der Regel nur akut zur
Unterbrechung länger dauernder Anfälle verabreicht (als Injektionslösung oder
Klistier) oder bei Kindern nur kurzzeitig, auch in Form von Tropfen, Tabletten
oder Zäpfchen, zur Anfallsvermeidung bei periodisch erhöhter Bereitschaft zu
Anfällen - besonders auch Fieberkrämpfen; Dosierung siehe
dort .
Als Nebenwirkungen werden für
einige Stunden nach der meist höher dosierten akuten Anwendung Müdigkeit und
Mattigkeit, auch Schwindelgefühl, Gangunsicherheit und Benommenheit,
gelegentlich Kopfschmerzen und Verwirrtheit beobachtet.
Der Wirkstoff Lorazepam
(Handelsnamen z.B. Tavor, Temesta) wird bei Kindern ebenfalls fast nur zur
Anfallsunterbrechung vom Arzt in Form einer Injektion der Lösung in eine Vene
gegeben. Vor allem bei Jugendlichen kann zur Anfallsunterbrechung durch den
Laien die orale Gabe ( zur Aufnahme durch die Mundschleimhaut , z.B. mit Tavor
expedit ®, Temesta expedit ® ) eine Möglichkeit sein, ihnen die Peinlichkeit
einer rektalen Gabe zu ersparen. Beim Abklingen der Wirkung kommt es besonders
nach Verabreichung höherer Dosen gelegentlich zu akuten Entzugserscheinungen in
Form psychotischer Episoden. Wirkungen und Nebenwirkungen sonst
wie bei o.a. Benzodiazepinen, dabei länger anhaltend als bei Diazepam.
Auch der Wirkstoff Midazolam (Handelsnamen z.B. Dormicum) dient bei Anfallskindern vor
allem zur Anfallsunterbrechung, neuerdings im Handel auch als Nasenspray (Handelsname
z.B. Buccolam, Applikationsspritzen mit 5/ 7,5/ 10
mg ).