Der Wirkstoff Vigabatrin
(VGB),
Handelsname Sabril
(Filmtabletten und Beutel mit 500 mg),
ist wirksam und zugelassen als Zusatztherapie in Kombination mit anderen Antiepileptika bei Epilepsien mit fokalen/ partiellen (9) Anfällen, bei denen sich alle anderen zweckmässigen Kombinationen als unzureichend erwiesen haben oder nicht vertragen wurden. Die Behandlung mit Vigabatrin sollte nur durch einen Spezialisten auf dem Gebiet der Epilepsie eingeleitet und auch in der Folge kontrolliert werden.
Nach einer Stellungnahme
führender deutscher Epileptologen (Z.schr. f. Epileptologie, Dez. 2001) sollte
es bei Kindern in der Regel nur beim West-Syndrom (West-Syndrom) angewandt
werden.
Als Erhaltungsdosis im
Kindesalter gelten 40 bis 60 mg/kg/Tag (maximal 100 mg/kg/Tag). Die Verteilung
erfolgt auf eine oder zwei Gaben täglich.
Konstante Blutspiegel
werden nach 2-3 Tagen erreicht. Der Referenzbereich liegt bei 0,8 – 36 mg/l( 6 –
280 µmol/l). Auf die Bestimmung wird wegen ihrer geringen Aussagefähigkeit
meist verzichtet.
Wird die Anfallsbereitschaft nicht deutlich vermindert, was nach einer Behandlungsdauer von 3 Wochen beurteilt werden kann, sollte eine Vigabatrin-Behandlung nicht fortgeführt werden. Der Abbau der Medikation muss wegen möglicher Entzugsanfälle ausschleichend erfolgen.
Als Nebenwirkung wurde eine
Einengung des Gesichtsfeldes beobachtet, bei Erwachsenen etwa bei einem Drittel
bis einer Hälfte der behandelten Fälle. Nach neueren Berichten soll bei Kindern
ein gleiches Risiko bestehen. Bei Kleinkindern ist eine Gesichtsfeldeinengung
augenärztlich schwer zu bestimmen; erst ab etwa dem 7. Lebensjahr erhält man
von den Kindern ggf. zunehmend zuverlässige Angaben. Sie tritt meist erst
mehrere Monate oder Jahre nach Beginn einer Behandlung auf. In etwa 5% der
Fälle wird sie von den Betroffenen als Behinderung empfunden. Als weitere
Nebenwirkung können bei Kindern Erregungszustände (ca. 30%), besonders bei
Erwachsenen Müdigkeit (ca.27%) auftreten, außerdem häufiger Benommenheit,
Reizbarkeit und Kopfschmerzen.