Die Medikamente
(58.0) Wie wirken die Medikamente?
Die Medikamente, die nach der Aufnahme
aus dem Darm sich über den Blutstrom rasch im Körper verteilen, wirken direkt
auf die Nervenzellen und ihre Verbindungen ein. Sie verhindern dort die
Entstehung einer übermäßigen Erregung oder hemmen die Übertragung einer übermäßigen Erregung auf andere Nervenzellen.
Die Wirkungsmechanismen der
Medikamente sind nur teilweise aufgeklärt. Einige (z.B. Carbamazepin,
Lamotrigin, Phenytoin, Topiramat) dämpfen die Erregungsübertragung durch eine
Blockierung der Natriumkanäle in der Nervenzellwand, andere (z.B.
Benzodiazepine, Phenobarbital und Primidon, Topiramat, Valproat, Vigabatrin)
vermehren die Wirkung der Gamma-Amino-Buttersäure(GABA), welche die
Erregungsleitung an den Reizübertragungsstellen hemmt. Andere (Acetazolamid, Felbamat,
Sultiam, Topiramat) hemmen das Enzym Carboanhydrase und bewirken damit u.a.
auch eine Ansäuerung des Blutes.
Die krampfhemmenden Medikamente
können nicht die Ursachen
der Anfälle beseitigen.
Zur ausreichenden Wirkung ist daher
eine dauernde und möglichst gleichmäßige Mindestkonzentration des Medikaments
im Körper notwendig. Diese Wirkstoffkonzentration kann im Labor aus einer
Blutprobe gemessen werden. Sie wird "Blutspiegel", auch
"Serumspiegel" oder
"Plasmaspiegel" genannt.
Nächste Seite: Allgemeines über Nebenwirkungen