Die neueren Wirkstoffe
Oxcarbazepin (Handelsnamen
z.B. Trileptal und Timox und Apydan extent mit Filmtabl.zu 150/ 300/600 mg und
Suspensionen zu 300 mg in 5 ml) und Eslicarbazepin
(Handelsnamen z.B. Zebinix, Exalief).
wirken als Abkömmlinge des Carbamazepins
sehr ähnlich wie dieses und werden
statt diesem - etwa gleich erfolgreich - zur Behandlung von fokalen Anfällen und sekundär generalisierenden fokalen Anfällen bei Erwachsenen eingesetzt.
Oxcarbazepin ist dafür bei Kindern ab 6 Jahren zugelassen. Eslicarbazepin hat
die Zulassung erst seit 2009 und zunächst nur für Erwachsene. Bei primär generalisierenden Anfällen sind diese Wirkstoffe nicht angezeigt
und können eine Verschlechterung bewirken.
Für Oxcarbazepin
werden als Richt-Dosierung (Erhaltungsdosis)
für Kinder 8 bis 50 mg (im Mittel 25-35 mg) pro kg Körpergewicht pro Tag
genannt, verteilt auf drei Gaben täglich (Fließgleichgewicht erreicht nach 2-3
Tagen).
Als Referenzbereich des
Serumspiegels des wirksamen OXC-Monohydroxderivats gelten 3 - 35 mg/l ( 12 – 140 µmol/l).
Die Nebenwirkungen des
Oxcarbazepins entsprechen weitgehend denen des Carbamazepins, sind jedoch etwas
seltener. Sie treten vorwiegend zu Beginn der Behandlung auf, meist wieder
abklingend. Geklagt werden vor allem Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerz,
Schläfrigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Doppeltsehen, seltener Schwächegefühl,
Unruhe, Gedächtnisstörungen und Konzentrationsschwäche, Unsicherheiten in der
Bewegung und ruckartige Augenbewegungen ("Nystagmus"). Etwas häufiger
als bei Carbamazepin bewirkt Oxcarbazepin eine Verminderung des
Serum-Natriumspiegels, was jedoch nur selten (bei Kindern in unter 1%) klinisch
bedeutsam ist. Überempfindlichkeitsreaktionen können auch bei Patienten ohne
Überempfindlichkeit auf Carbamazepin auftreten. Andererseits reagiert etwa nur
jeder vierte, der unter Carbamazepin Hautauschläge erleidet, bei Umstellung auf
Oxcarbazepin ebenfalls auf diese Weise. Bei Kombinationstherapien, besonders
mit Valproat, ist Oxcarbazepin dem Carbamazepin vorzuziehen, da letzteres den
Serumspiegel seiner Begleitmedikamente erheblich absenken kann. Hohe
Oxcarbazepin-Gaben können jedoch den Spiegel von Phenytoin und Phenobarbital
erheblich erhöhen.
Eine Umstellung von Carbamazepin
auf Oxcarbazepin kann bei Dosierungen bis 1500 mg/Tag unmittelbar im Verhältnis
1:1,5 erfolgen. Dabei muss beachtet werden, dass der Spiegel einiger
Begleitmedikamente (u.a. Valproat und Lamotrigin) sich erhöhen kann, weil
Oxcarbazepin weniger Wechselwirkungen als Carbamazepin mit diesen eingeht. Es
wird daher bei entsprechender Kombinationsbehandlung - besonders bei hohen
Dosierungen - auch empfohlen, zunächst nur im Verhältnis 1 zu 1 umzustellen und
erst danach vorsichtig höher zu dosieren.
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