Der Wirkstoff Sultiam
Handelspräparat Ospolot ®, Dragees zu 200 mg und 50 mg,
hat sich als Mittel erster Wahl
besonders wegen geringer Nebenwirkungen zur Behandlung gutartiger idiopathischer
Herdepilepsien bewährt.
Meistens genügt hier eine geringe Dosis. Auch zur Behandlung fokaler symptomatischer Epilepsien und des West-Syndroms wird das Mittel eingesetzt. Die Wirkung
lässt sich oft an einer Normalisierung des EEG-Befundes erkennen.
Als Dosierungsempfehlung gilt bei
Kindern mit gutartigen fokalen Epilepsien 5 bis 6 (-10) mg pro kg Körpergewicht
pro Tag, das entspricht etwa täglich 100 bis 200 mg bei Kleinkindern, 150 bis
300 mg bei Schulkindern.
Ein Fließgleichgewicht wird bereits nach 2-3 Tagen erreicht.
Erstrebte
Blutspiegel sind bei
Rolando-Epilepsien 0,5 bis 3 (sonst bis 10) mg/l.
Eine schnellere und/oder vertiefte
Atmung ist ein ziemlich zuverlässiges erstes Zeichen einer Überdosierung, so
dass sich Blutspiegelbestimmungen oft erübrigen. Außerdem kommen als
Nebenwirkungen, vor allem bei zu hoher Dosierung, Schwindelgefühl,
Kopfschmerzen, ein Schluckauf, Magenbeschwerden und eine Gewichtsabnahme vor.
Bei längerer Anwendung in hoher Dosierung werden gelegentlich Kribbel- und
Taubheitsgefühle geklagt. Die Nebenwirkungen verschwinden wieder bei
Verminderung der
Dosis.