Die
gutartige fokale Säuglingsepilepsie
Diese auch "Watanabe-Epilepsie"
genannte seltene Krankheitsform beobachtet man bei sich normal entwickelnden
Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 2 bis 24 Monaten,mit Beginn in den
ersten 10 Monaten, vor allem zwischen dem 3. und 10. Monat. Die Anfälle können
aus dem Schlaf wie aus dem Wachen heraus auftreten, besonders anfänglich auch
mehrfach täglich, oft mit vegetativen Symptomen (Blässe,Blausucht,
Atemstörungen) Abwesenheit und abweichendem/ verwirrtem Blick, auch oralen
Automatismen (Schmatzen, Lecken; Schlucken, auch Würgen, Seufzen, Röcheln),
verminderter Reaktion auf Reize und nachfolgender Müdigkeit. Einseitige und
beidseitige Zuckungen (Kloni) des Gesichtes oder der
Gliedmaßen kommen häufig vor, auch mit nachfolgenden vorübergehenden Lähmungen.
Neben diesen überwiegend komplex-fokalen und einfach-fokalen werden auch sekundär
generalisierte Anfälle gesehen. Für das seltene Leiden kann - nur für einen Teil - ein dominanter Erbgang
nachgewiesen werden, so dass bisher noch eine familiäre Form von einer
nicht-familiären Form unterschieden wird. Zwischen den Anfällen ist das EEG
meist normal, es wurden jedoch auch Fälle mit epilepsietypischen Entladungen
beschrieben. Die Anfälle verschwinden in der Regel unter der Behandlung mit
einer niedrigen Dosis Carbamazepin oder
Phenobarbital . Die Ausheilung erfolgt - mit
und ohne Therapie - meist in wenigen Monaten. Daher wird meist – wenn überhaupt – eine nur kurzfristige
Medikation über 3 – 12 Monate durchgeführt.
Nächste Seite: Die gutartige psychomotorische Epilepsie