Welche akuten Umstände können epileptische Anfälle auslösen?
Fieberhafte Infekte, Durchfälle mit Austrocknung, Blutzucker- oder Calcium-Mangel, Vergiftungen, auch Hirnverletzungen oder Hirnentzündungen wirken erheblich auf die Tätigkeit der Hirnnervenzellen ein. Jeder Mensch kann bei solchen "Gelegenheiten" epileptische Anfälle erleiden. Sie werden Gelegenheitsanfälle oder Gelegenheitskrämpfe genannt.
Im Verlaufe von Epilepsien können
schon alltägliche Umstände - ohne besondere Erkrankung - epileptische Anfälle
auslösen.
Ein solcher Anfalls-provozierender Faktor ist vor allem der Schlafentzug. Besonders bei den im Kindes- und Jugendalter häufigen idiopathisch-generalisierten Epilepsien löst ein ungenügender Schlaf häufig Anfälle aus.
Auch psychische und körperliche Belastungen ("Stress"), hormonelle Umstellungen in der Pubertät, bei Mädchen auch im Zyklus der Regelblutung, können zeitweise Anfälle begünstigen.
Medikamente, die das zentrale Nervensystem anregen, bei Kindern z.B. Imipramin gegen Bettnässen, Theophylln bei Asthma, auch „Reisetabletten“ gegen Übelkeit, können Anfälle bewirken.
Besonders empfindlich auf einzelne
alltägliche Sinnesreize reagieren Betroffene, die unter "Reflexepilepsien"
leiden. Bestimmte Reize lösen bei ihnen
durch die Anregung überempfindlicher Nervenzellverbände "Reflexanfälle" aus. Am häufigsten
sind es Lichtreize, selten
erschreckende Sinneseindrücke (bei epileptischen "Startle-Anfällen"), in sehr seltenen Fällen beispielsweise
auch etwa das Hören einer bestimmten Melodie, das Riechen spezieller Gerüche,
oder Tätigkeiten wie Lesen (→ Lese-Epilepsie), Rechnen oder Schreiben.
Siehe
dazu: (86) Was ist zu
beachten, wenn Lichtreize Anfälle auslösen? (88) Warum ist ein regelmäßiger Schlaf
wichtig? (88.1) Was ist bei Reisen zu beachten? (89) Ist der Genuß
von Alkohol gefährlich? Welche
Ursachen haben Epilepsien?
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