Der neuere Wirkstoff Topiramat (TPM)

Handelsname z.B. Topamax, Tabletten zu 25/ 50/100/200 mg, Kapseln zu 25 mg,

wird eingesetzt bei Kindern ab dem 2. Lebensjahr bei partiellen (fokalen) und sekundär generalisierenden Anfällen, auch beim West-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom sowie bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen. Das Mittel ist jetzt auch bei Kindern zur Monotherapie zugelassen.

Topiramat kann mit jedem anderen Antikonvulsivum kombiniert werden.

Für Kinder ab 2 Jahren gilt als Anhalt für die Monotherapie eine Tages-Erhaltungdosis von 3 - 6 mg pro kg. In  Kombination mit enzyminduzierenden Antikonvulsiva (Carbamazepin, Barbiturate, Phenytoin) werden 5-9 mg/kg/d Körpergewicht angegeben, verteilt auf täglich zwei Gaben. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird bei Monotherapie meist zunächst – langsam aufdosiert – eine Tagesdosis von 100 mg angestrebt.

Die Tabletten sollen nicht geteilt werden. Die Kapseln enthalten Kügelchen und können geöffnet und geteilt werden, was Kinderdosierungen erleichtert.

Blutspiegelbestimmungen werden wegen weiter Streuung der therap. Anhaltswerte als weitgehend entbehrlich angesehen. Ein Fließgleichgewicht stellt sich nach 4-6 Tagen ein.

Als Nebenwirkung wird - vor allem zu Therapiebeginn - häufiger über Müdigkeit, Schwindel, Gangstörungen, Sprechstörungen, Sehstörungen, Übelkeit, Appetitstörungen und Gewichtsverlust geklagt, weniger häufig u.a. auch über Stimmungsschwankungen und aggressives Verhalten, psychotische Symptome wie Halluzinationen, sowie Koordinationsstörungen, Bewegungsdrang (Hyperkinesie) und Leibschmerzen. Spezifisch für Topiramat – im Unterschied zu anderen Antikonvulsiva – sind Gefühlsstörungen (z.B. Taubheitsgefühl) und Gewichtsabnahme, auch ein vergrößertes Risiko für Nierensteine, besonders bei familiärer Veranlagung.

Eine einschleichende Eindosierung ist wichtig, um Umstellungs-Unverträglichkeiten zu vermeiden.  Empfohlen wird eine Anfangsdosis von 0,5-1 mg/kg Körpergewicht pro Tag und eine Steigerung im Abstand von 1-2 Wochen um 0,5-1 mg/kg. Eine - zunächst immer anzustrebende - geringe Dosierung ist oft ausreichend wirksam und hält Nebenwirkungen in Grenzen.

Eine Begleitbehandlung mit Phenytoin oder Carbamazepin  oder Barbituraten beschleunigt den Abbau von Topiramat und erfordert eventuell eine Dosiserhöhung. Bei Kombination mit Phenytoin ergibt sich gelegentlich ein Anstieg des Phenytoinspiegels.

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