Vorwiegend symptomatische Epilepsien

(113.1) Das Ohtahara-Syndrom ( siehe unten )

(113.2) Das West-Syndrom

(113.3) Das Lennox-Gastaut-Syndrom

(113.0) Die Epilepsien mit einfach-fokalen, komplex-fokalen und sekundär generalisierten Anfällen

Das Ohtahara-Syndrom (Ohtahara= zeitgen. japanischer Epileptologe), auch "Frühinfantile epileptische Enzephalopathie mit suppression-burst", englisch auch als "Early Infantile Epileptic Encephalopathy (Frühkindliche Hirnerkrankung mit Epilepsie)" bezeichnet, ist ein sehr seltenes Krankheitsbild.

Die Ursache ist in fast allen Fällen eine schwere Entwicklungsstörung des Gehirns. Sie kann das ganze Gehirn oder nur Hirnteile betreffen und ist meistens im Kernspintomogramm zu erkennen.
Betroffene Kinder zeigen schon in den ersten Lebenswochen Hinweise auf eine gestörte Hirnfunktion. Die Spannung der Körpermuskulatur ist meist herabgesetzt. Die in den ersten 3 Lebensmonaten, oft schon im
Neugeborenenalter, einsetzenden Anfälle sind sehr vielgestaltig. Sie äußern sich als vorwiegend tonische, daneben klonische und myoklonische Anfälle, auch als atypische Absencen und komplex-fokale Anfälle. Das EEG zeigt sowohl in der Wach- als auch in der Schlafableitung kurze Ausbrüche krampftypischer Spitzen von hoher Spannung mit anschließenden Perioden sehr geringer Aktivität, sogenannte "burst suppression"-Muster.

Ein großer Teil der Betroffenen überlebt das erste Lebensjahr nicht. Fast immer besteht Therapieresistenz für die Anfälle. In wenigen Fällen wurde eine ACTH-Behandlung erfolgreich angewandt. Meist erfolgt ein Übergang in das West- und Lennox-Gastaut-Syndrom. Die weitere Prognose der immer erheblich in der Entwicklung zurückgebliebenen Kinder ist im Einzelfall sehr unterschiedlich und vor allem abhängig von der Art und dem Ausmaß der ursächlichen hirnorganischen Störung.
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Übersicht altersabh. Epilepsien

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