(99) Ist
eine Behandlung bei Rolando-Epilepsien immer notwendig?
Bei nur gelegentlich auftretenden
nächtlichen Anfällen, unter denen das Kind nicht leidet, kann man meistens auf eine
Behandlung mit Medikamenten verzichten. Die gute Aussicht auf eine Ausheilung
wird dadurch nicht getrübt. Die Entscheidung darüber muß der behandelnde Arzt
mit den Eltern gemeinsam abwägen. Das Kind ist zu fragen, wie es die Anfälle
erlebt und ob es sich vor ihnen fürchtet.
Mit
welchen Medikamenten werden Rolando-Epilepsien behandelt?
Das Medikament der ersten Wahl ist
- vor allem wegen seiner geringen Nebenwirkungen - Sultiam. Damit wird meistens in gut verträglicher Dosis –
Anfangseinstellung meist um 5 mg/kg Körpergewicht - eine Anfallsfreiheit und gleichzeitig meistens auch eine
EEG-Besserung erreicht. Ein Nachlassen der Wirkung nach einigen Monaten kann
vorkommen. Bei unbefriedigendem Erfolg wird oft als Zusatztherapie Clobazam in geringer Dosis (0,1-0,3 mg/kg KG)
zugesetzt. Als zweite Wahl gilt heute meist Valproat, eine vielversprechende neuere Option ist Lamotrigin. Auch Carbamazepin wird bei typischen Rolando-Anfällen
erfolgreich eingesetzt; jedoch meist erst im Schulalter, weil es im
Kleinkindalter auch Verschlechterungen und eine Hinwendung zu einem CSWS bewirken kann.
Wann
kann eine Medikation beendet werden?
Oft wird man sich bei
Rolando-Epilepsien schon vor der sonst üblichen Zweijahresfrist zu einer
versuchsweisen allmählichen Verminderung der Dosis oder einem ausschleichenden Absetzen der
Medikation entschließen,
weil auch bei Wiederauftreten der Anfälle kein Risiko hinsichtlich der
Heilungsaussichten besteht.
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